Marihuana
Mit dem Gedanken an das Wort “Marihuana” erscheint vielen Menschen die Assoziation von heruntergekommenen Drogenabhängigen, welche am Rande der Gesellschaft leben und ihren Körper allmählich durch harte Drogen zerstören. Jedoch wird mit dem bloßen Begriff “Marihuana” etwas völlig anderes bezeichnet: aus botanischer Sicht sind damit weibliche Blütenstände und Blätter der Hanfpflanze gemeint, welche bereits seit vielen Jahrhunderten einen hohen Nutzen für die Menschen und die Natur haben.
Der Hauptwirkstoff der Blütenstände und Blätter heißt Terpenoid Tetrahydrocannabinol (Abkürzung: THC), welcher in hoher Konzentration psychoaktive Effekte verursachen kann. Deshalb werden nicht industriell hergestellte Hanfsorten in vielen Ländern als Droge eingestuft und dementsprechend verboten.
Verbreitung von Marihuana
Marihuana tauchte schriftlich im 16. Jahrhundert in den ersten Kräuterbüchern auf. Es wurde unter der sehr allgemeinen Bezeichnung “Canabis” in die Medizin eingeführt. Zu diesen Zeiten wurde es gegen verschiedene körperliche Störungen und Schmerze erfolgreich eingesetzt. Durch die Entwicklung synthetischer Medikamente nahmen die Verschreibungen allerdings mit der Zeit ab. im letzten Jahrhundert wurden der private Gebrauch von Cannabis und auch harmlose Hanfsamen flächendeckend verboten. Es gibt allerdings auch Ausnahmen wie beispielsweise die Niederlande. Dort ist der Konsum legal und durch die Einrichtung sogenannter “Headshops” gesundheitlich kontrollierbar. Die medizinische Anwendung von Cannabis ist inzwischen in vielen Ländern wieder erlaubt.
In Deutschland sind laut dem Betäubungsmittelgesetz (Abkürzung: BTM) sowohl der Grasanbau, der Besitz, der Verkauf als auch die bloße Ein- und Ausfuhr von Marihuana strafbar. Selbst der Kauf von Hanfsamen ist hierzulande verboten. Die Strafbarkeit des reinen Konsums ist im Betäubungsmittelgesetz nicht genau festgelegt. Durch eine Sondergenehmigung lassen sich jedoch industrielle Hanfsamen ohne psychoaktive Effekte auch in Deutschland anbauen. Allerdings wird die Züchtung nur unter sehr harten Auflagen ermöglicht und ständig kontrolliert.